Der 1. Geburtstag

Ein Meilenstein! Seit einem Jahr bin ich Mama! Den 1. Geburtstag feiere ich zugegeben mehr für mich, als für den Wutzibutz, und ich genieße es – ganz egoistisch – in vollen Zügen. Das erste Jahr als Mutter darf zelebriert werden!

Es ist so schnell vergangen und gleichzeitig eine Ewigkeit her, dass ich das kleine Bündel ungläubig, erleichtert, erschöpft und überglücklich in den Armen hielt. Jede einzelne Phase dieses Jahres war intensiv und hat mich zum jeweiligen Zeitpunkt voll und ganz eingenommen. So viele erste Male, von denen ich nur eine Handvoll schriftlich festgehalten habe. Aber es geht eben vor allem um das bewusste Erleben und Da-Sein als Mutter – für mein Kind. Nicht annähernd konnte ich mir vorher vorstellen, wie es ist, Mutter zu sein. Die Gefühle kann einem niemand beschreiben. Und das ist gut! So bleibt der Zauber des Besonderen mit einem Kind erhalten.

Ich möchte feiern, mir aber nicht zu viel Arbeit aufhalsen. Meinem Vater geht es gesundheitlich derzeit nicht allzu gut, trotzdem erklären sich meine Eltern bereit, ein paar Freunde mit ihren Kindern an dem Tag ins Familienhaus einzuladen. Zwei Mal feiern (einmal mit den Großeltern, einmal mit Freunden) wäre mir doch selbst zu viel geworden.

Bereits in der Früh gibt es einen Geburtstagsmuffin für Wutzibutz. Der große Bruder ist auch noch ein paar Tage diesen Sommer bei uns und feiert stolz mit. So ganz weiß der Kleine nicht, wie ihm geschieht, als wir ihn besingen und ihm den Muffin mit einer Kerze hinstellen. Er will natürlich in die Flamme greifen, was wir zu dritt energisch kommentieren und seine Hand wegziehen. Die ersten erschrockenen Geburtstagstränen fließen. Nur kurz, dann werden die Geburtstagsmuffins verspeist. Die Torte gibt es dann am Nachmittag. „Das schmeckt aber gesund“, ist der Kommentar meines Freundes. Den Versuch eines zuckerfreien Geburtstagskuchens wollte ich mir nicht nehmen lassen. Ja, er schmeckt tatsächlich gesund, aber mit ein paar Tricks bei der Zubereitung lässt sich der fehlende Zucker sicher „weniger geschmacklich wegschummeln (mehr Apfelmuß auf den Belag streichen und es länger einziehen lassen; die Haferflocken länger quellen lassen, damit sich die natürliche Süße entfaltet). Genießbar sind die Muffins trotzdem. Wutzibutz liebt vor allem die Heidelbeeren drauf und den Schlagobers. Er ist eben ein kleiner Feinspitz.

Noch am Vormittag fahren wir zu meinen Eltern und bringen noch schnell beim ÖAMTC die ausgeliehene Babyschale zurück. Schnell wird auch noch ein Zweitsitz fürs Auto von Omi gekauft. Das bietet sich heute einfach an.

Im Haus bereiten wir alles fürs Mittagessen vor. Mein Freund heizt den Grill an, ich mache Tomatensalat, schneide Kartoffeln fürs Backrohr und Zucchini für die Bratpfanne. Damit hat sich die Sache schon, und es reicht allemal. Um halb zwei bringt meine Mutter meine Freundin und ihre zwei Mädchen. Die Große ist schon über drei Jahre alt, die Kleine knapp zwei Wochen älter als Wutzibutz. Sie schläft noch eine Runde im Auto, Wutzibutz im Kinderwagen in der Zwischenzeit im Schatten eines Baumes. Er verschläft überhaupt das halbe Mittagessen. Das ist auch gut so, denn der aufgeregte große Bruder hat ihn heute schon um 7 Uhr aufgeweckt, als er vorsichtig ins Schlafzimmer kam. Eine dieser Gelassenheitsübungen als Mutter… Gut gelaunt schlagen sich alle die Bäuche voll. Irgendwann wacht Wutzibutz auf und löst die Kleine meiner Freundin im Hochstuhl ab. Danach spielen die beiden unter Aufsicht der großen 3-jährigen in der Gehschule. Stundenlang könnten wir ihnen dabei zusehen, wenn wir nicht gerade eingreifen müssen, weil die gegenseitigen Streicheleinheiten noch zu grob ausfallen.

Der Tag ist heiß und schwül, daher freuen sich alle auf den Swimming Pool, doch leider macht uns ein heftiges Gewitter einen Strich durch die Rechnung. Die Kinder spielen einfach im Wohnzimmer weiter. Und auch Kuchen und Geschenke gibt es drinnen. „Der schmeckt aber gesund“, lautet auch wieder das Urteil über meinen Geburtstagskuchen ohne Zucker. Da der Kindesvater zwei Tage vorher Geburtstag hatte, gibt es aber ohnehin auch für ihn eine Oblatentorte. Somit sind alles gut versorgt.

Zum 1. Geburtstag bekommt mein Kleiner von mir noch keine Geschenke. Aber es ist ein guter Anlass für Geschenke und Unterstützung der Verwandschaft. Von Omi und Opi gibt es eine Schaukel, die bereits im Nussbaum hängt. Und eine Gatschhose. Super! Meine Schwester, die Patentante, überrascht selbst mich mit einem Bobby-Car inklusive Helm. Das absolute Highlight für alles anwesenden Kinder. Wutzibutz kann zwar drauf sitzen aber noch nicht mit den Füßen antauchen. Macht nichts. Das übernehmen andere für ihn. Und schieben kann er es auch. Das macht fürs Erste genug Spaß. Ehe wir es uns versehen, wird er seiner Omi in Oberlaa mit dem Bobby-Car davonfahren!

Gerade als der Regen aufhört, kommt noch ein befreundetes Paar mit ihrem 4-jährigen und der kleinen 9-Monate alten Prinzessin. Die Freunde habe ich gebeten, nicht extra etwas zu besorgen, was sie sich trotzdem nicht ganz nehmen lassen. Sie bringen mir einen ganzen Sack Müsliriegel von der Bäckerei Maislinger aus Bad Ischl mit, wo sie gerade herkommen. Meine Freundin hat einen Plastikteller, Löffel und Gabel für den Wutzibutz (eine Plastikgabel wollte ich ohnehin besorgen) und eine weißes Röslein für mich. Sie gratuliert mir zu diesem ersten Jahr, das ich als Mama so toll gemeistert hätte. Wir haben beide feuchte Augen. Ja, es ist eine Meisterleistung und wir dürfen wirklich stolz darauf sein! Dieses stumme Einverständnis zwischen Müttern ist etwas wunderbares und bestärkendes, was wir uns viel öfter vergegenwärtigen sollten. Es gibt Kraft und macht Mut.

Nach dem Gewitter hat es zwar deutlich abgekühlt, es ist aber noch immer warm genug für einen Sprung in den Pool. So vergeht die Zeit, und auf einmal ist es halb 8! Wir räumen noch schnell zusammen, dann geht es ab nach Hause. Alles kleinen Kinder schlafen erschöpft in den Autos ein. Zu Hause wird noch eine Runde gespielt. Wutzibutz und sein Bruder sind überdreht, aber langsam fallen die Äuglein zu.

Ich bringe mein Baby, das seit heute kein Baby mehr ist, ins Bett und bleibe noch eine Weile neben ihm liegen – voll Dankbarkeit für dieses Wunder und das große Glück in meinem Leben. Vor einem Jahr ist er in diesem Zimmer aus mir herausgeschlüpft, am Fußende des Bettes. Vor einem Jahr um diese Zeit lag ich im selben Bett und blickte ihn verliebt an. Er hatte die Augen geöffnet und erwiderte meinen Blick. Jetzt sind die Augen zu. Morgen geht die Reise weiter in ein neues Lebensjahr voll neuer Erfahrungen und Meilensteine…

 

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1 Kommentar

  1. Diesen Beitrag lese ich mit nassen Augen zu Ende.einfach wunderbar emotional….me encanta como escribes y te felicito por este año lleno de amor y felicidad…..wutzibutz ist so ein süßer!weiter so, du bist eine tolle Mami!

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