Haus des Meeres

Was tun mit einem Kleinkind an einem Regentag in Wien? Wenn es kalt ist und uns mit Wutzi (2 3/4) zu Hause am Wochenende die Decke auf den Kopf fällt? Ein Ausflug ins Haus des Meeres.

Ursprünglich wollen wir zu fünft los: Mama, Papa, der große Halbbruder (12), Wutzi und Sonnenschein (11 Monate). Kurzfristig ändern wir den Plan und ich ziehe allein mit Wutzi los. Gottseidank!

Zunächst einmal ist es schön, als Mama etwas mit ihm allein zu unternehmen. Das kommt ohnehin nur selten vor. Er genießt diese Gelegenheiten offensichtlich und verhält sich mustergültig – geht an der Hand, steigt brav in den Bus, sitzt und blickt aus dem Fenster und bleibt die meiste Zeit über neben mir. Das ist bei meinem kleinen Energiebündel nicht selbstverständlich. Ich habe von elends langen Wartezeiten an Regentagen gehört. Daher will ich früh los und schon um 9 Uhr dort sein. Das schaffen wir natürlich nicht. Es wird 9:30, aber zu meiner Erleichterung kommen wir ohne Wartezeit rein.Auch preislich ist es von Vorteil, dass ich allein mit Wutzi da bin, schließlich kostet der Eintrittspreis für Erwachsene € 18,90. Für Kinder von 6-15 € 8,60. Unter 3 Jahren ist der Eintritt frei. (Die Preise sind für mich durchaus gerechtfertigt, da das Haus des Meeres keine Subventionen erhält. Trotzdem ist es in Summe ein Griff in die Geldtasche, den man sich mit einem begrenzten Familienbudget vorher überlegt.)

Für die Jacken gibt es gleich nach dem Eingang eine begrenzte Zahl an verschließbaren Kästchen (wie bei Ikea). Da sind auch noch genügend frei. Und los geht’s. Wutzi wuselt sich zwischen den Beinen der Erwachsenen durch. Ich schiebe nach. Durch den Eingangstunnel geht es zunächst sehr zögerlich, aber dann hurtig weiter. Stiegen rauf, um die Ecke, weiter rauf die Stufen. Der Knirps (er ist wirklich recht klein für sein Alter) geht alles selbst. 10 Stockwerke. Die Fische, die „da oben schwimmen“, sind auch wirklich interessant – aber immer nur kurz. Zeit, die Infotafeln zu lesen, bleibt keine. Die Schlangen und Insekten sind alle perfekt auf Augenhöhe. Vor der Anaconda hat Wutzi großen Respekt. Die will er nicht mal auf meinem Arm genauer ansehen.

Bin ich froh, dass wir zu zweit hier sind! Gerade die unteren Stockwerke sind gerammelt voll. Mit dem Kinderwagen wäre das der reinste Albtraum. In dem Gewusel auf den Lift zu warten, wäre auch nicht gerade entspannend. Ohne Kinderwagerl wäre es auch nicht viel besser, denn ab dem Tropenhaus ist es ziemlich warm und Sonnenschein hätte in der Trage keine Freude. Zu heiß, zu eng, zu viele Leute, zu viel zu sehen.

Nach einer Stunde sind wir im Restaurant im Dachgeschoß angekommen. Licht. Luft. Angenehm. Wutzi will einen Kakao trinken. Woher er schon wieder weiß, dass die hier Kakao haben?! Für € 4,90 gibt es ein Riesenglas mit einem Monstergupf Schlagobers. Ich hätte auch € 3,00 für die Hälfte gezahlt und mir und meinem Kind den Zuckerschock erspart. Aber so hat er seine Freude an dem großen Kakao und ich bete mich durch die verrückte Stunde die folgt, als der Zucker dann so richtig einfährt.

Am Weg nach unten geht es dann doch noch beim Krokodil vorei, dem Wutzi vorher noch ausgewichen ist. Aber er hat es eilig nach unten zu kommen. Im Museumsshop gibt es schließlich auch ganz viel tolle Plastikfische aus irgendwelchen komischen schwammigen Materialien zu kaufen. Die kann ich zum Glück noch abwehren. Als wir schließlich wieder draußen sind, geht die Schlange der wartenden Leute bereits fast durch den gesamten Park. Nichts wie weg hier!

Fazit

Mit 2 1/2 und aufwärts findet mein Großer das Haus des Meeres definitiv schon toll. Er kann sich auch an die „Fische da oben“ von seinem Besuch im Sommer erinnern, als er knapp 2 Jahre alt war. Eltern bekommen bei so kleinen Kindern allerdings gar nichts mit. Von Kinderwagen für kleinere Geschwister ist an Regentagen am Wochenende definitiv abzuraten! Sie können zwar im 9. Stock abgestellt werden, da muss man aber erstmal hin und wieder zurück kommen. Ich persönlich mag das Haus des Meeres nach wie vor nicht besonders – das mag an der beengenden Atmosphäre im Flakturm liegen… aber ich gehe mit meinem Kind, weil es an so einem Tag eine gute Abwechslung ist. Die wenigen Informationen, die ich zu lesen Zeit hatte, sind kompakt und verständlich geschrieben, immer auf Deutsch und auf Englisch.

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