Mama meditiert

Meditation – die Reise nach Innen. Wie soll sich denn das bei all dem Halligalli auch noch ausgehen? Es geht! Und sogar sehr gut mit der nötigen Disziplin. Es muss ja nicht immer gleich eine halbe Stunde sein.

Meditieren ist seit einigen Jahren ein wertvoller Bestandteil meines (fast) täglichen Lebens. Ich tue gern und viel, habe viele Ideen, bin kreativ. Meine Arbeit gibt mir Energie, meine Ideen Freude. Aber: es wird schnell mal zu viel. Meditieren hilft mir, mich zu besinnen, meinem Hirn zur Ruhe zu kommen. Das viele Wirrwarr im Kopf ordnet sich ganz von allein.

Ich versuche mir immer wieder zu erklären, dass ich ja dies und jenes erledigen sollte. Die spärliche Zeit, die mir bleibt, wenn Wutzibutz bei der Tagesmutter ist und Sonnenschein schläft, ist auch die wenige Arbeitszeit, die mir derzeit bleibt. Also lege ich die Latte für mein Meditationspensum erstmal niedrig. 10 bis 15 Minuten, dafür täglich, auch wenn ich manchmal überhaupt keine Lust habe und meine Gedanken überhaupt nicht zur Ruhe kommen wollen. Sie schwirren wie ein Bienenschwarm zwischen meinen Ohren herum. Lauter und lauter. Und trotzdem: auch wenn es nur der Bruchteil einer Sekunde ist, den mein Kopf zur Ruhe kommt, wenn mein Atem nur für eine Minute ruhiger wird. Es gibt Energie. Und die Disziplin ist ebenfalls wichtiges Training.

Ich setze mich dahin, wo es gerade gut geht mit einem schlafenden Baby daneben. Ins Bett, aufs Sofa, auf den Boden… Die Zeit mit Meditationskissen, Kerzen und Räucherstäbchen war einmal – und sie wird irgendwann wiederkommen. Jetzt geht es darum, ohne große Ansprüche nach innen zu hören und dazu braucht es nicht viel.

Statt ein Instagram Account zu pflegen, was leicht eine halbe Stunde in Anspruch nimmt, pflege ich meine Meditation. Das soll keine Kritik sein an Social-Media Aktivitäten sein. Ich habe nur gemerkt, was es mit mir macht, mal eben schnell fünf Minuten über Facebook, Twitter, Instagram oder den Newsflash zu scrollen. Es bringt noch mehr Unruhe in meinen Kopf. Noch mehr Stress. Es nährt mein Gefühl, nicht genug zu sein. Noch mehr tun zu müssen.

Will ich das? Nein. Also meditiere ich. Es hilft mir, das innere Stimmengewirr zu besänftigen. Mich selbst zu spüren. Bereits nach wenigen Tagen, an denen ich nach der Geburt des zweiten Kindes wieder meditiere, merke ich einen großen Unterschied. Ich bin viel gelassener in den fordernden Situationen, kann mit den Wutausbrüchen des trotzigen zweijährigen Wutzibutzes viel besser umgehen. Lasse ihn auch in der Öffentlichkeit einfach so lange schreien, wie er es eben braucht. Wenn der kleine Sonnenschein etwas braucht – und das tut ein Baby mit 3 Monaten viel, vor allem und in erster Linie von mir – dann kann ich ihm das viel leichter geben. Ich fühle mich als Mensch weniger zurückgesetzt. Bin ruhiger und zufriedener in meinem ganzen Sein. Ich höre mich. Ich höre, was wirklich relevant ist. Und das ist… im Grunde genommen nichts.

Übrigens: ich habe weiterhin ein Facebook und ein Instagram Account und scrolle manchmal durch, aber eben weniger, und ich meditiere stattdessen. Hirnforscher belegen ja die positive Wirkung auf Gesundheit und Denkleistung – das kann ich mit meiner derzeitigen Stilldemenz definitv gut brauchen.

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