Paarzeit

Endlich einmal wieder Zeit mit dem Partner verbringen! Und noch einmal, bevor das nächste Kind kommt und für die Paarbeziehung auf unbestimmte Zeit in den Hintergrund rückt.

Eine Oma in der Nähe zu haben, die gern Zeit mit ihrem Enkel verbringt, ist Gold wert. Auch, dass sie keine Berührungsängste hat, und den Kleinen bereits seit einiger Zeit etwa einmal im Monat über Nacht zu sich nimmt, ist ein Geschenk – und in unserer individualisierten Gesellschaft einfach nicht selbstverständlich. Immer wieder bin ich dankbar, wenn mein Partner und ich diesen Raum für uns bekommen, Paar zu sein. Sei es, um Essen zu gehen oder einfach nur zu Hause einen Film anzusehen, ohne dass die Sensoren ständig nach Kleinkindgeräuschen Ausschau halten.

Wohin soll’s gehen

Eigentlich wollten wir ein Wochenende nach Madrid fahren, doch da ich im Februar so lange krank bin und durch die Schwangerschaft so langsam genese (siehe Beitrag „Schwanger – die Zweite“), wird erst mal nichts aus unserem Städtetrip. Egal, eine Nacht in der Therme tut es auch – und kostet etwa genauso viel!

In meinen Recherchen zu den Thermen, die von Wien aus gut zu erreichen sind, schockieren mich zunächst die Preise ein bisschen. Zum Glück gibt es zu den Großeltern zu Weihnachten einen Zuschuss für unser Paarwochenende, und wir müssen nicht allzu knapp kalkulieren. Wichtig ist mir: ein Spa-Bereich ohne Kinder, gutes Essen, gemütliche Zimmer, und schnell wieder in Wien zu sein, sollten wir zurück müssen. Es wird: die Therme Laa.

Luxusgöre

Sonst würde ich hier wohl nicht Urlaub machen, vor allem nicht eine Woche, aber für das, worum es uns geht, ist die Therme Laa eine gute Adresse. Für den ersten Tag buchen wir das Silent Spa dazu und genießen die geführten Sauna-Aufgüsse, das Kuchenbuffet, Tee, Obst, und einfach viel viel Zeit für uns und jeder für sich zu haben. Manchmal mutiere ich zur richtigen Luxusgöre. Der gehobene Standard des Silent Spa, die geschmackvolle Architektur und begrenzte Besucherzahl sind ganz nach meinem Geschmack. Ich genieße in vollen Zügen und kontrolliere nur selten mein Handy, ob Oma wieder Fotos vom Status-Quo mit Wutzibutz schickt. Auf unserer Paarliege unter dem Baldachin kommt auch langsam Romantik-Feeling auf.

Das Zimmer ist sauber und komfortabel, das Personal freundlich. Das Abendessen ist in Ordnung. Unser Tisch ist am Ende einer langen Fensterreihe. Wir werden an den Familientischen mit Babys und Kleinkindern vorbeigeführt. Nur nicht zu viel zur Seite zu den Familien schauen, um unseren Kleinen nicht zu sehr zu vermissen!

Das Frühstücksbuffet hat es in sich. In Anbetracht weiterer möglicher Saunaaufgüsse höre ich irgendwann auf zu essen. Bei einem Anruf zu Hause meint der Opa, wir sollen uns ruhig noch Zeit lassen und den Tag in der Therme genießen. Also zahlen wir einen kleinen Aufpreis, um nach dem Checkout das Hotel-Spa und die „normale“ Therme nutzen zu dürfen. In Sachen Exklusivität können beide Bereiche nicht mit dem Silent Spa mithalten, aber das ist egal. Sauna gibt es, Swimming-Pool und Ruhebereiche. Und immer wieder Zeit, Händchen zu halten oder einfach nur die Augen zu schließen.

Mama und Papa sind wieder zu Hause!

Als wir am späten Nachmittag die Wohnungstür der Großeltern aufschließen, läuft Wutzibutz uns entgegen. Lange liegt er mir in den Armen. Wieder ein Abnabelungsschritt, der gut getan und dabei doch Überwindung gekostet hat! Immer wieder liegt es an mir, diesen Raum einzufordern – für mich und unsere Beziehung. Mein Partner zieht mit und ist am Ende immer dafür dankbar. Messbar ist die Qualität von Paarabenden oder –wochenenden nicht, aber eindeutig spürbar in unserem Miteinander. Wir gehen danach immer liebevoller und verständnisvoller miteinander um. Ich genieße es dann noch einmal mehr, Mutter zu sein… und freue mich auf die nächste Paarzeit – wann auch immer das in Anbetracht der bevorstehenden nächsten Geburt sein mag.

NACHTRAG: Therme in der Schwangerschaft

Ich selbst genieße die Sauna auch in der Schwangerschaft – nur auf etwaige Düfte reagiere ich noch empflindlicher als sonst schon. Von Dampfbad und warmen Whirlpools hat mir meine Gynäkologin abgeraten. Und ins Babybecken würde ich auch nicht rein. Im Zweifel habe ich Döderlein-Stäbchen dabei. Das sind Milchsäurebakterien, die helfen, das Milieu der Scheidenflora gegen unwillkommene Keime zu schützen.

You may also like

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.