Perchtoldsdorfer Heide

Die Perchtoldsdorfer Heide in der Nähe von Wien ist ideal für kleine oder ausgedehnte Spaziergänge mit Kindern, als Ausgangspunkt für Wanderungen und im Winter zum Rodeln. Und für meinen Geburtstagsspaziergang sowieso – findet Wutzibutz auch!

Auf der Heide werden Erinnerungen wach! An die pfeifenden Zwiesel, die wir als Kinder versucht haben zu finden. Und an Schneetage vor vielen Jahrzehnten, an denen ich mit meiner Schwester und meinem Cousin und vielen anderen Kindern endlose Male hochgelaufen bin, um die beachtliche Steigung mit dem Bob hinunter zu sausen.

Die Perchtoldsdorfer Heide ist eine Kulturlandschaft. Viele der hier vorkommenden Tiere und Pflanzenarten sind selten und daher geschützt. Man muss die Pflanzen genau kennen oder sich für die Hinweistafeln interessieren. Ich gehöre nicht zu den Tafel-Lesern, aber die Atmosphäre ist eine eigene. Ein ganz besonderes Fleckchen Erde – wieder so nah an Wien.

Heute ist mein Geburtstag und gleichzeitig der erste Arbeitstag vom Papa nach der Vaterkarenz und dem angehängten Urlaub. Daher sind wir erst gegen 16 Uhr da. Macht aber nichts. Auch für einen kurzen Spaziergang lohnt es sich herzukommen. Omi wartet bereits am Parkplatz mit einem Blumenstrauß. „Raus aus dem Auto und Vollgas!“, heißt es für Wutzibutz. Mit 13 Monaten ist er nun schon flott auf den eigenen Beinen unterwegs. Noch hat er keine eigenen Schuhe, aber Lederpatschen. Mit diesen weichen Patschen ist er flott unterwegs – auf jedem Untergrund.

Wir haben zwar die Kraxn dabei, aber er will selbst gehen. Über den Parkplatz und die Heide hinauf. Tragen? Nichts da! Und nicht die asphaltierten Serpentinen hinauf sondern die für Kleinkinder steile Diritissima über den weichen Heideboden. Hilfe braucht er beim bergauf gehen schon noch. Einmal an Omis Händen, dann wieder mit Mami und Papi. Es ist ein Spaß! Viel gibt es dazwischen zu entdecken: Steine, Blumen und Schafbemmerl. Wegen letzterer wird er trotz lautstarkem Protest zwischenzeitlich doch von Papa getragen. Ich darf mich auslaufen und gehe vor. Am Waldrand angekommen bleibe ich stehen und blicke hinunter. Wutzibutz jauchzt noch immer fröhlich. Papi und Omi jauchzen schon weniger, da das ständige Bücken anstrengend wird. Für den weiteren Weg nehmen wir ihn in die Kraxn, was er sich nach dem für ihn steilen Aufstieg dann doch gefallen lässt.

 

Beim Eintritt in den Wald ist die Heide vorbei. Wir sind im Naturpark Föhrenberge. Wie ich diesen Duft der Föhrenwälder rund um Wien liebe! Eine schöne Wanderung würde jetzt noch bis zur Kammersteiner Hütte hinaufführen (Gesamtzeit hin und zurück ca. 3,5 Stunden), aber nicht heute. Wir marschieren noch ein einsames Waldstück hoch bis zu einem kleinen Teich, dem „Teich im Wald“. Die müden Äuglein von Wutzibutz auf meinem Rücken werden immer kleiner, aber irgendwie ist der Wald heute viel zu interessant zum schlafen. Auf der Schotterstraße zurück nickt er endlich weg. Über die asphaltierten Serpentinen geht es die Heide wieder hinunter. Wenn ich einmal an der frischen Luft bin, kann ich nicht genug davon bekommen, aber wir sind sicher bald wieder da! Vor allem im Frühjahr und Herbst ist die Heide ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge, auch bei weniger perfektem Wetter.

Meinen Geburtstag lassen wir mit einem Abendessen beim Heurigen in Perchtoldsdorf ausklingen. Omi ist leider nicht mehr dabei. Und Wutzibutz ist anscheinend noch nicht genug gelaufen. Stiegen rauf, Stiegen runter, vorbei an der Schank, und wieder zurück. Zu Hause schläft Wutzibutz völlig erledigt ein. Ich bleib noch neben ihm liegen und staune ihn an. Mein zweiter Geburtstag als Mama, und das größte Geschenk, dass ich mir nur wünschen kann, atmet sanft und tief. Ich greife seine weichen Arme an und rieche an seiner zarten Haut. Unglaublich, dass ich so etwas erleben darf!

Kinderwagen-Tauglichkeit etc.:
Die asphaltierten Serpentinen, die sich die Heide hinaufschlängeln, eignen sich auch gut für einen Spaziergang mit Kinderwagen. Ab dem Wald beginnt die Schotterstraße; d.h. hierfür sollte der Kinderwagen geländetauglich sein.

Parkmöglichkeit:
Heideparkplatz

Öffentliche Anfahrt:
von Wien mit der Straßenbahn 60 nach Rodaun. 10 bis 15 Minuten zu Fuß über die Dr. Gorlitzer Gasse. Oder mit dem Bus von Liesing oder Mödling nach Perchtoldsdorf.

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